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Günther Anderstage 2008 in Wien
29. November, ab 16:00 Uhr
Eine Tagung zu Leben und Werk des österreichischen
Medienphilosophen Günther Anders. Mehr dazu hier

Politik machen ist besser. Vor allem wenn wir uns in einer Partei befinden. Nun gut, wir sind keine Kampfpartei. Das waren die österreichischen Grünen nie. Das wird aus uns auch auch nie werden.

Gut wäre natürlich, wenn wir uns beim Politik machen, auch ein wenig lieb hätten.

Aber wenn ich vor die Wahl gestellt bin, meine Mitstreiter/innen lieb zu haben oder was weiterzubringen, politisch gesehen, dann nehme ich das Weiterbringen.

Die Grünen sind eine Harmonierungspartei.

Wir trauen uns einfach nicht mehr, die Gegensätze zu zeigen. Bei den Grünen wird für meinen Geschmack zuviel harmonisiert und zu viel unter den grünen Teppich gekehrt. Da hat sich ganz schön viel Müll angesammelt und diesem Teppich.

Soll ich ehrlich sein?

Es gibt Grüne, die kann ich aus politischen Gründen nicht leiden. Die finde ich zwar unglaublich sympathisch, mit denen wäre ich gerne befreundet und würde ich sicherlich gerne auf Urlaub fahren, aber politisch trennen mich von ihnen Welten. Mit denen tue ich mich besonders schwer, weil ich nicht gerne gegen meine Freunde aktiv werde.

Und dann gibt es Grüne, die finde ich unsympathisch und politisch eine Katastrophe. Die sind leicht zu ignorieren, zu bekämpfen oder auszutricksen.

Dann gibt es jedoch ein paar Grüne, die finde ich phantastisch und mit denen bin ich dann auch noch politisch einer Meinung. Da macht die Politik plötzlich Spaß. Da muß ich nicht lange überlegen, lasse ich mich ein oder nicht.

Tut mir leid. Aber wir wollen doch immer ehrlich zueinander sein. Nur so können wir so richtig einen auf Harmonie machen. Wenn es darum geht, geliebt zu werden, dann gehe ich nicht zu einer Partei. Lieb haben, geliebt werden, Selbstwertgefühl steigern haben in politischer Arbeit nichts verloren.

Ich mache Politik nicht, um geliebt zu werden oder jemand zu lieben, sondern um meine politischen Ideen umzusetzen und die Gesellchaft ein wenig friedlicher, gerechter und sicherer zu machen. Dazu muß ich meine Mitstreiter/innen nicht lieben, wenn es sich ergibt ist es kein Fehler. Aber Voraussetzung ist es nicht.

Was wir aber auf jeden Fall tun sollen, geliebt oder ungeliebt, wir sollten die anderen in ihrer politsichen Meinung ernst nehmen, respektieren und wenn sie uns nicht gefällt bekämpfen, auch in den eigenen Reihen. Wer nicht den Mut hat, Schweinereien in den eigenen Reihen aufzudecken, hat schon verloren, liefert die Bewegung dem Untergang aus.

Und der hinterhältigste Grund für ein solch mutloses Verhalten, ist die Behauptung, wir wollen uns doch alle nur lieb haben.

Harmonisierung ist der Tod jeder Bewegung.

von Raimund Bahr Kommentare (1)    Kommentar hinzufügen empfehlen

Die „Schnipsel“ Redaktion Petra Öllinger und Georg Schober haben aufgerufen, die Erhaltung des Mariahilfer Ruhe- und Therapieparks zu unterstützen. Was ich hiermit tue.

 

Informationen, Unterstützungsmöglichkeiten, Ideen und Vorschläge, Bilder findet ihr auf:
"Stimmen für die Stille" - Initiative zur Erhaltung des Ruhe- und Therapieparks.
Internet: http://www.ruhe-und-therapiepark-mariahilf.at
E-Mail: info@ruhe-und-therapiepark-mariahilf.at

 

Einladung zum 1. Treffen
am 24. November
um 19:00 Uhr
in der Gastwirtschaft Hermann / Boris Biricz
Mittelgasse 7
1060 Wien.

 

Gemeinsam mit Interessierten wollen wir bei einem ersten Treffen Ideen und Lösungsansätze bezüglich der Zukunft des Ruhe- und Therapieparks und der Umgebung entwickeln.

von Raimund Bahr Kommentare (1)    Kommentar hinzufügen empfehlen

In demjenigen Augenblicke, in dem wir glauben, daß es uns gelungen ist, als „Wölfe im Schafspelz“ ins Gehege der Literatur des Establishments einzubrechen und dieses inklusive seiner Werbungsmaschinerie für unsere Zwecke auszunutzen. In diesem selben Augenblick hat das Establishment bereits seinen Sieg davon getragen, hat es nämlich unsere „Wölfischkeit“ in ein Kostüm verwandelt. Und statt, iwe wir uns weismachen, als Wölfe im schafspelz, laufen wir nun als Schafe im Wolfspelz herum.

Erlaubte Revolutionen.
Günther Anders.
Konkret 2/1999. S.44. [geschrieben 1968]

von Werner Kern Kommentare (0)    Kommentar hinzufügen empfehlen

wird es immer geben, habe ich letztens von jemandem gehört. Ich meine, jeder kann ja denken was er will, aber dieser Satz hat wiederum mir zu denken gegeben. Ist der Kapitalismus ein Naturgesetz, eine gottgewollte Wirtschaftsordnung, ein evolutionärer Schlußpunkt? Da seien Zweifel angemeldet.

Ein derariger Satz aus dem Munde eines kritischen Grünen zeigt ja nur, wie kleingläubig wir geworden sind. Ich habe dann noch nachgehakt und gefragt, ob er vor 150 Jahren gedacht hätte, den Feudalismus werde es immer geben. Er hat dann gemeint, der Feudalismus sei eine Spielvariante des Kapitalismus.

Nun gut, alles ist möglich. Dennoch glaube ich, daß im Kapitalismus andere Bedingungen herrschen als im Feudalismus und daß es einen Grund gibt, warum diese zwei Begriffe zwei unterschiedliche Wirtschaftssysteme benennnen.

Was mich aber eigentlich an dem Dialog und an vielen Gesprächen mit anderen Aktiviste/inn/en in meiner Partei schockiert, ist, das wir nicht mehr in der Lage sind utopisch zu denken, sondern nur noch real zu handeln. Das aber führt uns geradewegs in die Marginalisierung. Nur wenn wir uns trauen utpoisch zu denken, wird unser reales Handeln nicht auf halben Weg schon im Kompromiß versickern.

Der Zusammenbruch der Partei wird kommen, wenn wir es nicht mehr schaffen, systemüberschreitend zu denken und zu handeln.

von Raimund Bahr Kommentare (0)    Kommentar hinzufügen empfehlen

Die Revolution der heutigen Jugend ist vom Haß getragen, und zwar von einem solchen, der dem gefährlichsten und am schwersten zu überwindenden aller Haßgefühle, dem Nationalhaß, aufs nächste verwandt ist. Mit anderen Worten, die revoltierende Jugend reagiert auf die ältere Generation in derselben Weise, in der sonst eine Kulturgruppe oder „ethnische“ Gruppe auf eine fremde und feindliche reagiert.

Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit.
Konrad Lorenz.
Bertelsmann.München 1973. S.89.

von Werner Kern Kommentare (2)    Kommentar hinzufügen empfehlen

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